Prof. Kerner: Zwei Jahre DDG-Präsident – und nun?
Nach zwei Jahren gab Prof. Dr. Wolfgang Kerner heute turnusmäßig sein Amt als DDG-Präsident an seinen Nachfolger Prof. Dr. Thomas Haak ab. DiabSite sprach mit ihm über die Themen, die ihn während seiner Amtszeit am meisten beschäftigt haben, und fragte nach, ob und in welcher Form er denn der DDG – beispielsweise in Sachen „Diabetes Deutschland“ – auch künftig erhalten bleibt.
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Im Rahmen der Mitgliederversammlung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft hat der bisherige Vize-Präsident Prof. Dr. Thomas Haak heute das Amt des DDG-Präsidenten von seinem Vorgänger Prof. Dr. Wolfgang Kerner übernommen. DiabSite Redakteurin Helga Uphoff sprach mit ihm nur wenige Minuten nach seiner Amtseinführung über seine Ziele und Pläne für die kommenden zwei Jahre.
Zu den häufigsten Folgeerkrankungen des Diabetes gehört die diabetische Retinopathie, die im schlimmsten Fall zur völligen Erblindung führen kann. Damit auch sehbehinderte und blinde Diabetiker ihren Diabetes vollständig selbst managen können, hat nun die Firma Roche Diagnostics ein völlig neues System entwickelt: den Accu-Chek Voicemate Plus, der neben einem Messgerät mit Sprachausgabe auch ein Blutzuckertagebuch enthält, das Blinde erstmals völlig selbstständig führen können. Wie das System funktioniert und ob es tatsächlich ein solcher Meilenstein ist – darüber sprach DiabSite-Redakteurin Helga Uphoff mit der zuständigen Produktmanagerin bei Roche Diagnostics, Frau Frör, und der blinden Diabetikerin Diana Droßel (links im Bild), die als Beauftragte des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands maßgeblich an der Entwicklung des Systems beteiligt war.
Thema eines der so genannten „Industriesymposien“ am gestrigen Tag war das relativ neue Medikament Rimonabant, das erst seit September 2006 in Deutschland zugelassen ist. DiabSite-Redakteurin Helga Uphoff sprach mit einem der Referenten, Prof. Dr. Andreas F. H. Pfeiffer, Leiter der Abteilung Endokrinologie, Diabetes und Ernährungsmedizin an der Charité in Berlin, der Rimonabant mit großem Erfolg in der Therapie von Typ-2-Diabetikern einsetzt. Als großes Plus des Medikaments betrachtet er das in diesem Maße noch nicht gekannte große Wirkspektrum, denn es hat eine positive Wirkung auf den Langzeitblutzuckerwert, die Blutfettwerte und sogar auf das Gewicht. Der Haken an der Sache: Die „Wunderwaffe“ ist in Deutschland – im Gegensatz zu anderen Ländern – nicht erstattungsfähig.